Vergoldeten Schmuck reinigen, ohne die Goldschicht zu zerstören

Pflege · Vergoldeter Schmuck

Von Maria-Anna, Schmuckexpertin · 9 Min. Lesezeit

Schale mit lauwarmem Wasser und weiches Tuch zum Reinigen von vergoldetem Schmuck
Mehr als das braucht es nicht. Alles Weitere arbeitet gegen die Schicht.

Das Wichtigste in Kürze

Vergoldeten Schmuck reinigst du mit lauwarmem Wasser, einem Tropfen mildem Spülmittel und höchstens zwei Minuten Einwirkzeit. Kein Natron, keine Zahnpasta, kein Putztuch, kein Ultraschall. Der Grund liegt in der Dicke. Eine Vergoldung misst wenige Mikrometer. Was bei massivem Gold poliert, trägt hier ab.

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Eine Nachricht erreicht mich in Variationen jede Woche. Sie geht ungefähr so: Ich habe meine Kette mit Backpulver geputzt, wie im Internet beschrieben. Jetzt ist sie stumpf, und an einer Stelle schimmert es hell durch.

Dann muss ich etwas sagen, das ich ungern sage. Das lässt sich nicht rückgängig machen.

Die Kundinnen können nichts dafür. Die meistgelesenen Anleitungen im Netz empfehlen genau das: Backpulver, Zahnpasta, Putztuch. Und zwar ausdrücklich für vergoldeten Schmuck. Bei massivem Gold funktionieren diese Mittel tatsächlich. Auf einer Schicht von wenigen Mikrometern sind sie kein Reinigungsmittel mehr, sondern ein Schleifmittel.

Dazu kommt ein zweiter Punkt, über den kaum jemand schreibt. Vergoldeter Schmuck verändert sich auf drei völlig verschiedene Arten. Nur bei einer davon hilft Reinigen. Bei den anderen beiden macht jeder Putzversuch es schlimmer.

Hier steht beides. Woran du erkennst, was mit deinem Stück los ist. Und was dann wirklich hilft.

2 Minuten

maximale Einwirkzeit im Seifenwasser

3 bis 5 µm

solide galvanische Hartgoldschicht

50 bis 70 µm

zum Vergleich: ein menschliches Haar

Wie reinigst du vergoldeten Schmuck richtig?

Vergoldeten Schmuck reinigst du in lauwarmem Wasser mit einem Tropfen mildem Spülmittel, höchstens zwei Minuten Einwirkzeit, danach abspülen und trocken tupfen. Kein Schrubben, keine Bürste, kein Poliertuch. Diese eine Methode deckt fast alle Fälle ab, in denen Reinigen überhaupt etwas bringt.

Schritt 1

Wasser: lauwarm, nicht heiß. Handwarm reicht

Schritt 2

Zusatz: ein Tropfen mildes Spülmittel, sonst nichts

Schritt 3

Einwirkzeit: ein bis zwei Minuten, nicht länger

Schritt 4

Reinigen: nur mit den Fingerkuppen oder einem weichen Mikrofasertuch

Schritt 5

Abspülen: klares Wasser, kurz

Schritt 6

Trocknen: vollständig, tupfen statt reiben

Der Unterschied zu Anleitungen für massives Gold steckt in zwei Details: Einwirkzeit und Werkzeug. Bei einem massiven Ring liest man zehn bis fünfzehn Minuten Einweichen und weiche Zahnbürste. Dort stimmt das auch. Bei einer Vergoldung ist beides zu viel. Wasser findet über Poren den Weg zum Trägermetall, und jede Borste arbeitet an einer Schicht, die dünner ist als der Kratzer, den sie hinterlässt.

Du bist dir nicht sicher, ob dein Stück vergoldet oder massiv ist? Stempel und Gewicht verraten es. Was die Zeichen auf dem Verschluss bedeuten, steht im Beitrag zu Karatangaben bei vergoldetem Schmuck.

Woran erkennst du, was mit deinem Schmuck passiert ist?

Schau hin, bevor du zum Wasser greifst. Vergoldeter Schmuck verändert sich auf drei Arten, und die Unterscheidung entscheidet, ob Reinigen hilft oder schadet.

Was du siehst Was passiert ist Hilft Reinigen?
Dunkler, grauer oder schwarzer Belag, flächig Das Trägermetall reagiert durch Poren der Goldschicht Ja, oft vollständig
Silbriger oder heller Schimmer, punktuell an Kanten Die Goldschicht ist mechanisch durchgerieben Nein, der Kern liegt frei
Grünlicher Rand auf der Haut Kupfer aus dem Trägermetall reagiert mit Schweiß Nein, die Ursache liegt tiefer

Zwei Fragen führen dich zur richtigen Zeile. Ist die Veränderung flächig oder punktuell? Und sitzt sie an einer Stelle, die täglich reibt?

Flächig und gleichmäßig deutet auf Chemie. Chemie lässt sich abwaschen. Punktuell an Verschluss, Ringschiene oder Ohrsteckerrückseite deutet auf Mechanik. Mechanik lässt sich nicht rückgängig machen.

Genau danach frage ich in der Beratung zuerst, noch bevor ich irgendetwas empfehle. Ein durchgeriebener Verschluss wird durch Putzen nicht besser. Er wird schneller schlechter, weil jede Reibung weitere Schicht kostet.

Welche Hausmittel zerstören die Vergoldung?

Zahnpasta, Silberputztücher und Goldputztücher sind die gefährlichsten drei, weil sie harte Partikel enthalten. Gold liegt auf der Mohs-HärteskalaZehnstufige Skala für die Ritzhärte von Mineralien. Ein Material ritzt jedes andere, das weiter unten steht. bei etwa 2,5 bis 3. Die Putzkörper in diesen Mitteln liegen weit darüber, und was härter ist, ritzt.

Zahnpasta: enthält Silica bei Mohs 7 oder Aluminiumoxid bei Mohs 9. Beides ritzt Gold mühelos

Silberputztücher: Sicherheitsdatenblätter nennen neben chemischen Wirkstoffen auch Kaolin und Aluminiumoxid

Goldputztücher: technische Poliertücher für Edelmetalle arbeiten mit Aluminiumoxid bis 9 Mikrometer Korngröße

Kreide und Schlämmkreide: Calciumcarbonat bei Mohs 3, also in der Größenordnung von Gold selbst

Essig und Zitronensäure: greifen durch Poren das Trägermetall an, nicht das Gold

Gebissreiniger: Bleichmittel und Tenside, deren Wirkung auf Beschichtungen niemand kalkuliert hat

Natron und Backpulver: hier muss ich differenzieren

Die Härteverhältnisse sind gut dokumentiert. In der mineralogischen Vergleichstabelle zur Mohs-Härte steht Calcit bei Mohs 3, Quarz bei 7 und Korund bei 9, mit Vickerswerten von rund 157, 1.161 und 2.035.

Putzkörper in HausmittelnGold selbst

Gold: Mohs 2,5 bis 3


Gold liegt bei Mohs 2,5 bis 3.

Calcit, in Kreide und Schlämmkreide: 157 Vickers


Calcit: 157 Vickers.

Quarz, als Silica in Zahnpasta: 1.161 Vickers


Quarz: 1.161 Vickers.

Korund, als Aluminiumoxid in Poliertüchern: 2.035 Vickers


Korund: 2.035 Vickers.

Bei Natron liegt die Sache anders, als ich lange geglaubt habe. Ein belastbarer Härtewert existiert schlicht nicht, die Materialdatenbanken führen dafür keine Angabe. Und als Putzkörper ist Natron mild. Deutlich milder als jede handelsübliche Zahnpasta.

Das Problem ist also nicht die Härte. Es ist die Begründung. Die meistgelesene Anleitung im Netz empfiehlt Backpulver ausdrücklich wegen der enthaltenen Schleifpartikel. Auf einer Auflage von wenigen Mikrometern ist gewollter Abtrag genau das, was man nicht will. Man reinigt die Schicht nicht. Man verbraucht sie.

Eine Kundin hat es im letzten Herbst auf den Punkt gebracht, nachdem sie zwei Ringe mit Backpulver behandelt hatte. Der massive sah aus wie neu. Der vergoldete war matt. Gleiches Mittel, gleiche Hand, zwei Minuten Unterschied, zwei völlig verschiedene Ergebnisse.

Hilft Alufolie mit Salz bei vergoldetem Schmuck?

Nein. Die Methode ist chemisch elegant, aber sie ist auf Silber zugeschnitten und bei einer Vergoldung im besten Fall wirkungslos.

Warum es bei Silber funktioniert

Bei Silber passiert Folgendes: Angelaufenes Silber trägt eine Schicht aus Silbersulfid. Legt man es in heißes Wasser mit Alufolie und Natron, entsteht ein galvanisches Element. Aluminium ist unedler, gibt Elektronen ab, und das Silbersulfid verwandelt sich zurück in metallisches Silber. Kein Abrieb, eine echte Rückreaktion. Deshalb funktioniert der Trick dort so verblüffend gut.

Auf Gold gibt es keine solche Schicht, die man zurückverwandeln könnte. Gold reagiert bei Zimmertemperatur nicht mit dem Schwefel in der Luft. Was bei vergoldetem Schmuck anläuft, ist immer das Metall darunter.

Und dort wird es unangenehm. Heißes Wasser, ein Elektrolyt und ein galvanischer Kontakt sind exakt die Bedingungen, unter denen ein freiliegendes Trägermetall reagiert. Die Methode kann an Fehlstellen aktiv Schaden anrichten.

Darf vergoldeter Schmuck ins Ultraschallbad?

Nein, jedenfalls nicht ohne ausdrückliche Freigabe des Herstellers. Ein Ultraschallbad arbeitet nicht mit Vibration, sondern mit KavitationBildung und schlagartiges Zusammenfallen kleiner Dampfblasen in einer Flüssigkeit. Beim Kollaps entstehen kurze, sehr hohe Druckspitzen.. Das ist ein deutlich raueres Verfahren, als der Name vermuten lässt.

Was die Messung zeigt

Im Bad entstehen mikroskopische Blasen, die sofort wieder zusammenfallen. Bei jedem Kollaps entstehen lokale Druckspitzen und Mikrostrahlen. Untersuchungen an Metalloberflächen zeigen nach zwanzig Reinigungszyklen messbaren Materialverlust, bei Aluminium 0,22 Milligramm pro Quadratzentimeter, dazu sichtbare Erosion, die bevorzugt an bereits vorhandenen Unebenheiten ansetzt.

Für eine Beschichtung ist genau das die kritische Stelle. Sie hat Poren, Kanten und eine Grenzfläche zum Trägermaterial. Kavitation unterwandert solche Schwachstellen und kann die Schicht lokal ablösen. Bei einem massiven Ring passiert wenig. Bei einer Auflage von zwei Mikrometern arbeitet der Ultraschall gegen die Haftung.

Wenn dir jemand im Laden anbietet, dein Stück kurz ins Bad zu geben, frag vorher, ob er weiß, dass es vergoldet ist.


Warum läuft vergoldeter Schmuck überhaupt an?

Weil nicht das Gold anläuft, sondern das Metall darunter. Gold reagiert praktisch nicht mit Luft, Schwefel oder Feuchtigkeit. Eine Vergoldung ist aber keine geschlossene Hülle, sondern eine sehr dünne Schicht mit mikroskopischen Poren.

Wie dünn, zeigt die Verfahrensübersicht der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Eine solide galvanische Hartgoldschicht liegt dort bei 3 bis 5 Mikrometern und erreicht eine Härte von etwa 120 bis 180 VickersMaßeinheit für Materialhärte. Ein Diamant wird mit definierter Kraft in die Oberfläche gedrückt, aus der Größe des Eindrucks ergibt sich der Wert.. Dekorative Auflagen im Modeschmuck liegen darunter, oft deutlich. Ein menschliches Haar misst zum Vergleich 50 bis 70 Mikrometer.

Durch diese Poren erreichen Schweiß, Kosmetik und Luftfeuchtigkeit das Trägermetall. Messing besteht zu großen Teilen aus Kupfer, Kupfer oxidiert, und das Ergebnis wandert als dunkler Belag nach außen. Welche Rolle das Beschichtungsverfahren dabei spielt, steht im ausführlichen Beitrag zur PVD-Vergoldung bei Schmuck.

Eine Behauptung, die im Netz hartnäckig kursiert, stimmt übrigens nicht: dass seltenes Tragen das Anlaufen beschleunige, weil die Reibung fehlt.

Reibung trägt die Schicht ab. Sie schützt sie nicht.
Vergoldete Kette wird auf einem weichen Mikrofasertuch trocken getupft statt gerieben
Dreißig Sekunden mit einem trockenen Tuch ersetzen die meisten Nassreinigungen.

Was tun, wenn vergoldeter Schmuck schwarz angelaufen ist?

Bei einem flächigen dunklen Belag stehen die Chancen gut. Nimm die milde Seifenlösung, lass das Stück ein bis zwei Minuten liegen und wisch mit den Fingerkuppen über die dunklen Stellen. Danach abspülen und trocknen. In vielen Fällen ist der Belag damit weg.

Maria-Annas Tipp

Maria-Anna, Schmuckexpertin bei MERCY'S

Maria-Anna, Schmuckexpertin

Passiert nach zwei Durchgängen nichts, hör auf. Mehr Druck, längere Einwirkzeit oder ein härteres Mittel bringen kein besseres Ergebnis. Sie kosten Schicht. Ein Belag, der sich nicht löst, sitzt meistens gar nicht auf dem Gold, sondern kommt aus dem Trägermetall durch die Poren nach oben.

Besonders hartnäckig wird es bei rosévergoldeten Stücken. Deren Legierung enthält mehr Kupfer, und Kupfer ist genau der Bestandteil, der reagiert. Wenn dir jemand sagt, roségoldener Modeschmuck laufe schneller an als gelbgoldener, dann stimmt das. Mit der Qualität hat es nichts zu tun.

Warum wird vergoldeter Schmuck an manchen Stellen silbern?

Weil die Goldschicht dort durchgerieben ist und das Trägermetall durchscheint. Typisch sind Kettenverschlüsse, Ringinnenseiten, Armbandglieder und die Rückseite von Ohrsteckern. Überall dort, wo täglich Reibung entsteht.

Das ist kein Reinigungsproblem. Ich sage das bewusst deutlich, weil es der häufigste Irrtum in diesem Themenfeld ist. Eine durchgeriebene Stelle wird durch Putzen größer, nicht kleiner.

Aus der Beratung

Maria-Anna, Schmuckexpertin bei MERCY'S

Maria-Anna, Schmuckexpertin

Eine Kundin schrieb mir im Frühjahr, ihre Kette werde an einer Stelle silbern, und schickte ein Foto vom Karabiner. Genau die Stelle, an der der Fingernagel jeden Morgen ansetzt. Sie hatte vorher drei verschiedene Hausmittel probiert. Jedes davon hat die Fläche vergrößert.

Vorbeugen lässt sich das nicht mit Pflege, sondern nur über das Material. Warum der Kern unter dem Gold mehr über die Lebensdauer entscheidet als die Karatzahl, steht im Beitrag zu Schmuck, der nicht abfärbt.

Woher kommt der grüne Rand auf der Haut?

Der grüne Rand kommt vom Kupfer. Sobald die Goldschicht Poren bekommt oder durchgerieben ist, erreicht Schweiß das Trägermetall. Messing besteht zu einem großen Teil aus Kupfer, und Kupfer bildet mit den Säuren und Salzen im Schweiß grünliche Verbindungen. Die setzen sich auf der Haut ab.

Zwei Dinge sind daran wichtig. Erstens: Es ist harmlos. Der Rand lässt sich mit Wasser und Seife abwaschen und hinterlässt nichts. Zweitens: Es ist ein Signal, kein Schönheitsfehler. Die Verfärbung zeigt, dass die Goldschicht an dieser Stelle nicht mehr dicht ist.

Reinigen hilft hier nichts, weil das Problem nicht auf dem Schmuck sitzt, sondern in seinem Aufbau. Ein Stück, das grün abfärbt, hat seine Schutzschicht verloren.

Ob dir das überhaupt jemals passiert, hängt fast vollständig vom Trägermaterial ab. Edelstahl enthält kein Kupfer und korrodiert nicht. Dort entstehen keine grünen Ränder, auch nach Jahren nicht. Was 316L Chirurgenstahl ausmacht, habe ich an anderer Stelle ausführlich beschrieben.

Welche Kosmetik greift die Vergoldung an?

Fast alles, was du dir auf die Haut aufträgst, bevor der Schmuck drankommt. Und zwar nicht, weil es das Gold angreift, sondern weil es durch die Poren an das Metall darunter gelangt.

Parfüm: enthält Alkohol, der Rückstände löst und in Poren eindringt

Handcreme und Bodylotion: hinterlassen einen Fettfilm, der Schmutz und Feuchtigkeit festhält

Sonnenschutz: Filter und Emulgatoren setzen sich in Zwischenräumen ab

Desinfektionsmittel: hoher Alkoholanteil, mehrmals täglich, oft direkt über dem Ring

Haarspray: legt einen klebrigen Film auf die Oberfläche

Putzmittel: Tenside und teils Säuren, die kein Schmuckstück verträgt

Das häufigste Problem ist nicht das aggressivste Mittel. Es ist das alltäglichste. Handdesinfektion ist in den letzten Jahren zur Standardbelastung geworden, mehrmals am Tag, und sie trifft genau die Fläche, die ohnehin am meisten reibt: die Unterseite des Rings.

Mir fällt das in der Beratung besonders bei Frauen aus Pflegeberufen und aus der Gastronomie auf. Deren Ringe zeigen nach einem Jahr Spuren, für die andere fünf Jahre brauchen. Das liegt nicht am Schmuck, sondern an der Frequenz.

Die Lösung ist keine Chemie, sondern eine Reihenfolge. Dazu unten mehr.

Zur Reihenfolge springen


Wie reinigst du Edelstahlschmuck?

Bei Edelstahl darfst du fast alles, was bei einer Vergoldung verboten ist. 316L Edelstahl hat keine Schicht, die abgetragen werden könnte. Das Material geht durch und durch. Es läuft auch nicht an, weil es weder Kupfer noch Silber enthält.

Konkret heißt das: Längeres Einweichen ist unproblematisch, eine weiche Zahnbürste ebenfalls, und selbst in Wasser gelöstes Natron schadet nicht. Wasser, Seife und Schweiß sind für dieses Material schlicht kein Thema.

Die Einschränkung kommt genau dort, wo eine Beschichtung ins Spiel kommt. Ein Stück aus Edelstahl mit 18K PVD-Vergoldung ist an der Oberfläche eben doch beschichtet, und dafür gelten dieselben Regeln wie oben. Milde Seife, kurz, weich.

Diese Unterscheidung erspart viel Ärger. Silberfarbener Edelstahl ist praktisch unkaputtbar in der Pflege. Goldfarbener behandelt sich wie eine Vergoldung, auch wenn er länger hält. Was das Material sonst noch aushält, steht im Material-Check zu Edelstahl-Schmuck.

Was ist bei massivem Goldschmuck anders?

Bei massivem Gold ist deutlich mehr erlaubt, und genau daher kommen die vielen falschen Ratschläge. Ein 585er oder 750er Ring verträgt zehn bis fünfzehn Minuten Seifenbad und eine weiche Zahnbürste, weil dort keine Schicht abgetragen werden kann.

Material Einweichen Bürste Poliertuch
Massives Gold, 585 oder 750 10 bis 15 Minuten weiche Bürste möglich geeignet
316L Edelstahl, unbeschichtet unbegrenzt möglich geeignet
Vergoldeter Schmuck 1 bis 2 Minuten nein nein
Edelstahl mit PVD-Vergoldung 1 bis 2 Minuten nein nein

Wer eine Anleitung für Goldschmuck auf ein vergoldetes Stück anwendet, macht keinen Denkfehler. Er wendet eine richtige Regel auf das falsche Material an. Das erklärt, warum so viele Ratgeber gleichzeitig gut gemeint und schädlich sind.

Wie oft solltest du welchen Schmuck reinigen?

So selten wie möglich nass, so oft wie möglich trocken. Jede Nassreinigung bringt Wasser an die Poren. Jedes Abwischen mit einem trockenen Tuch nicht.

Ringe

höchste Belastung, täglich abwischen, nass nur bei sichtbarem Belag

Armbänder

viel Reibung am Handgelenk und an Tischkanten, alle paar Tage abwischen

Ketten

wenig Reibung, dafür dauerhafter Hautkontakt am Nacken, wöchentlich abwischen

Ohrringe

geringste mechanische Belastung, dafür Kontakt mit Haarprodukten

Diese Reihenfolge folgt der Reibung, nicht dem Schmutz. Bei einer Beschichtung ist Reibung der bestimmende Faktor. Ein Ring, den du täglich trägst, verliert die Schicht an der Unterseite lange bevor er optisch schmutzig aussieht.

Das ist auch der Grund, warum ich Kundinnen selten zu mehr Reinigung rate. Meistens rate ich zu weniger und dafür regelmäßigerem Abwischen.

Lohnt sich eine Neuvergoldung?

Technisch ist sie möglich, wirtschaftlich meistens nicht. Ein Goldschmied oder ein GalvanikbetriebBetrieb, der Metalle im Elektrolytbad beschichtet. Strom treibt Metallionen aus der Lösung auf das Werkstück. kann ein abgenutztes Stück neu beschichten. Der Preis liegt bei den meisten Anbietern im zweistelligen Bereich pro Stück, bei Ketten und Armbändern deutlich darüber, weil Oberfläche und Aufwand größer sind.

Bei einem Modeschmuckstück für dreißig Euro ist die Rechnung damit schnell gemacht. Bei einem Erbstück oder einem Stück mit Geschichte sieht sie völlig anders aus, und dann lohnt sie sich fast immer.

Der Ablauf ist aufwendiger, als das Wort Neuvergoldung klingen lässt. Die alte Schicht muss runter, die Oberfläche wird poliert, entfettet und aktiviert, und bei vielen Trägermetallen kommt eine Zwischenschicht dazu, damit Kupfer nicht in das neue Gold wandert. Übliche Neuvergoldungen liegen zwischen 0,5 und 5 Mikrometern.

Die Kehrseite

Und ein Punkt, der unsere eigene Oberfläche betrifft, den ich trotzdem nicht auslasse: Eine PVD-Beschichtung lässt sich nicht einfach galvanisch übervergolden. Sie muss vorher vollständig entfernt werden, sonst hält die neue Schicht nicht, und das können nur spezialisierte Betriebe. Das ist die Kehrseite eines Verfahrens, das jahrelang durchhält. Man braucht die Reparatur seltener. Wenn doch, ist sie schwieriger.


Wie verhinderst du, dass es wieder passiert?

Die wirksamste Pflege passiert vor dem Anlaufen, nicht danach. Zwei Gewohnheiten decken den größten Teil ab.

Reihenfolge

  • Schmuck kommt als Letztes an und als Erstes ab.
  • Creme, Parfüm, Haarspray und Sonnenschutz zuerst, einziehen lassen, dann der Schmuck. Abends umgekehrt.
  • Diese eine Gewohnheit verhindert mehr Schaden als jede Reinigung.

Abwischen

  • Nach dem Tragen einmal mit einem trockenen, weichen Tuch über das Stück.
  • Das holt Schweiß und Fett runter, bevor sie durch die Poren arbeiten.
  • Dreißig Sekunden, die mehr bringen als eine gründliche Nassreinigung drei Monate später.

Dazu die Aufbewahrung: trocken, einzeln, nicht lose in einer Schale, in der Stücke aneinander reiben. Und ablegen vor Sport, Sauna und Pool, wenn das Material nicht wasserfest ist.

Was bei welchem Wasserkontakt tatsächlich passiert, steht in der Übersicht zu wasserfestem Schmuck. Für die Einzelfälle gibt es die Beiträge zum Duschen, zum Pool und Chlorwasser, zum Sport und zum Meer.

Und für alles, was sich tatsächlich putzen lässt, gibt es den allgemeinen Reinigungsbeitrag sowie den Schmuck-Pflegeguide.

Vergoldete Kette mit Anhänger wird nach der Pflegeroutine als Letztes angelegt
Erst Creme, dann Schmuck. Die Reihenfolge ist die wirksamste Pflege überhaupt.

Weniger putzen, länger tragen

Fazit

Vergoldeter Schmuck braucht keine besondere Reinigung. Er braucht eine zurückhaltende. Lauwarmes Wasser, ein Tropfen Spülmittel, zwei Minuten, weiches Tuch. Alles darüber hinaus arbeitet gegen eine Schicht, die dünner ist als ein Zehntel Haardurchmesser.

Und wenn du dir eine Sache merkst, dann die Diagnose vor der Reinigung. Dunkel und flächig heißt: Es lohnt sich. Silbern an einer Kante oder grün auf der Haut heißt: Hier hilft kein Mittel mehr. Hier hilft nur ein anderes Material beim nächsten Mal.

Genau deshalb arbeitet MERCY'S, eine 2022 gegründete deutsche Schmuckmarke, ausschließlich mit 316L Edelstahl und 18K PVD-Vergoldung. Der Leitsatz „No Rain, No Flowers“ steht dabei für Schmuck als Begleiter durch Veränderung, nicht als Accessoire für gute Tage. Das Poliertuch aus Mikrofaser liegt jeder Bestellung bei, genau für die dreißig Sekunden nach dem Tragen. Ansehen kannst du dir das bei den Ketten, Ohrringen, Ringen und Armbändern. Wie die Marke entstanden ist, steht in unserer Geschichte, die Rückgabe- und Garantiebedingungen in unserem Versprechen.

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Maria-Anna, Schmuckexpertin bei MERCY'S

Schmuckexpertin bei MERCY'S

Maria-Anna

Maria-Anna berät die MERCY'S Kundinnen seit dem ersten Tag zu Material, Pflege und Verträglichkeit. Fragen zu angelaufenem oder abgeriebenem Schmuck landen bei ihr, oft mit Foto. Mehr über sie erfährst du auf ihrer Seite.

Häufige Fragen

Wie reinigt man eine vergoldete Kette?

Lauwarmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel, ein bis zwei Minuten, danach abspülen und trocken tupfen. Keine Bürste, kein Putztuch, nicht am Verschluss reiben.

Wie oft sollte man vergoldeten Schmuck reinigen?

So selten wie möglich nass, so oft wie möglich trocken. Nach dem Tragen kurz abwischen, eine Nassreinigung nur bei sichtbarem Belag.

Ist ein Goldputztuch für vergoldeten Schmuck geeignet?

Nein. Poliertücher arbeiten mit feinen Schleifpartikeln, meist Aluminiumoxid. Auf massivem Gold poliert das, auf einer Vergoldung trägt es die Schicht ab.

Kann man vergoldeten Schmuck neu vergolden lassen?

Technisch ja, ein Goldschmied kann neu beschichten. Bei Modeschmuck übersteigen die Kosten meist den Wert des Stücks.

Darf vergoldeter Schmuck ins Wasser?

Das hängt von Verfahren und Trägermaterial ab. Bei galvanischer Vergoldung auf Messing besser nicht, bei PVD-Vergoldung auf 316L Edelstahl ist Wasser unkritisch.