Was bedeutet vergoldet? 18K, 14K und 24K erklärt
Material · Vergoldung
Das Wichtigste in Kürze
Vergoldet heißt, dass ein Trägermetall mit einer dünnen Goldschicht überzogen wurde. Die Karatzahl beschreibt dabei nur die Reinheit dieser Schicht: 18k vergoldet steht für 75 Prozent Feingold, 14K für 58,3 Prozent. Über die Haltbarkeit sagt sie nichts. Das entscheidet die Härte der Oberfläche, und die liegt je nach Verfahren rund eine Größenordnung auseinander.
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Es kommt fast immer als Foto. Ein Armband, umgedreht, Blitz an, irgendwo eine winzige Prägung. Dazu die Frage: „Hier steht 18K. Ist das jetzt echtes Gold?“
Meine Antwort enttäuscht die meisten kurz und hilft ihnen dann. Der Stempel stimmt schon. Er beschreibt nur etwas völlig anderes, als die Kundin denkt. Er sagt, wie rein eine Schicht ist. Nicht, wie viel Gold auf dem Stück liegt. Und schon gar nicht, wie lange es dort bleibt.
Genau dieses Missverständnis will ich hier auflösen, weil es beim Schmuckkauf viel Geld kostet. Drei Größen entscheiden über ein vergoldetes Stück, und sie haben nichts miteinander zu tun. Die Karatzahl beschreibt die Reinheit der Auflage. Die Mikronzahl ihre Dicke. Die Härte, wie lange sie deinen Alltag überlebt.
Genannt bekommst du beim Kauf üblicherweise nur die erste. Obwohl die dritte über alles entscheidet.
Was bedeutet vergoldet?
Vergoldet bedeutet, dass ein Gegenstand aus einem anderen Metall mit einer dünnen Goldschicht überzogen wurde. Der Kern besteht aus Messing, Silber oder Edelstahl, außen liegt Gold. Das Stück sieht aus wie massives Gold, ist es aber nur an der Oberfläche.
Wie das Gold dorthin kommt, läuft auf zwei Wegen. Beim galvanischen VerfahrenBeschichtung im Elektrolytbad. Strom treibt Metallionen aus der Lösung auf das Werkstück, wo sie sich als Schicht ablagern. hängt das Schmuckstück in einem Elektrolytbad. Strom fließt, Goldionen lagern sich ab. Beim PVD-VerfahrenPhysical Vapour Deposition. Das Beschichtungsmaterial wird im Vakuum verdampft und schlägt sich unter Ionenbeschuss auf dem Werkstück nieder. geschieht das im Vakuum: Material wird verdampft, ionisiert und schlägt sich unter Ionenbeschuss auf dem Werkstück nieder.
Klingt nach einem Detail für Techniker. Ist aber der wichtigste Satz in diesem ganzen Beitrag. Beide Wege erzeugen eine goldfarbene Oberfläche, die im Laden identisch aussieht. Ihre Widerstandsfähigkeit liegt in verschiedenen Welten. Wie PVD im Einzelnen funktioniert, habe ich im ausführlichen Beitrag zur PVD-Vergoldung bei Schmuck beschrieben.
Gleich vorweg
Und noch etwas gehört gleich an den Anfang: Der Begriff „vergoldet“ ist in Deutschland nicht geschützt. Es gibt keine gesetzliche Mindestdicke, ab der ein Stück so heißen darf.
Was bedeutet 18K vergoldet, was 14 Karat vergoldet?
18K vergoldet bedeutet, dass die aufgebrachte Goldschicht zu 75 Prozent aus Feingold besteht, in Tausendteilen also 750er Gold. 14 Karat vergoldet steht für 58,3 Prozent Feingold, entsprechend 585er. Karat beschreibt hier ausschließlich die Legierung der Auflage. Nicht ihre Menge, nicht ihre Dicke.
Der Rest der Legierung ist meistens Kupfer und Silber. Diese Beimetalle sind kein Makel, sie machen die Sache erst brauchbar. Sie bestimmen den Farbton und geben der Schicht Stabilität.
| Angabe | Feingoldgehalt | Tausendteile |
|---|---|---|
| 24 Karat vergoldet | 99,9 % | 999 |
| 18 Karat vergoldet | 75 % | 750 |
| 14 Karat vergoldet | 58,3 % | 585 |
Ob auf dem Etikett 14K vergoldet oder 14 Karat Vergoldung steht, macht keinen Unterschied. Beide Schreibweisen meinen dasselbe.
Was beide dir verschweigen: wie viel Gold tatsächlich auf dem Stück liegt. Zwei Ketten können beide 18K vergoldet sein, und die eine hält zehnmal länger als die andere.
Aus der Beratung
Maria-Anna, Schmuckexpertin
Ich hatte im Frühjahr eine Kundin, die genau davorstand. Zwei fast identische Ketten, ähnliche Optik, 24 Euro Preisunterschied. Auf beiden stand 18K. Die Angabe, die den Unterschied erklärt hätte, stand auf keiner von beiden.
Ist 14K oder 18K vergoldet besser?
Keins von beiden, jedenfalls nicht pauschal. 18K vergoldet hat den höheren Goldanteil und damit den wärmeren, satteren Gelbton. 14K vergoldet enthält mehr Beimetalle, wirkt heller und blasser, ist in der Legierung selbst aber härter.
Bei massivem Goldschmuck wäre das ein echtes Argument. Dort besteht die gesamte Materialstärke aus dieser Legierung. Bei einer Vergoldung liegt die Schicht im Bereich weniger Mikrometer oder darunter, und in dieser Größenordnung spielt der Härteunterschied zwischen 585er und 750er Gold im Alltag praktisch keine Rolle.
Maria-Annas Tipp
Maria-Anna, Schmuckexpertin
Deshalb rate ich in der Beratung inzwischen dazu, die Frage umzudrehen. Entscheide bei der Karatzahl nach dem Farbton, den du tragen willst. Und stell dann die Frage, die wirklich zählt: galvanisch oder PVD, und auf welchem Trägermaterial. Die erste Frage beantwortet einen Geschmack. Die zweite beantwortet die nächsten zwei Jahre.
Was bedeutet 24 Karat vergoldet?
24 Karat vergoldet bedeutet, dass die Auflage aus Feingold besteht, also 999er Gold mit 99,9 Prozent Reinheit. Höher geht es nicht. Optisch ist das der intensivste, tiefste Gelbton, den eine Goldoberfläche haben kann.
Und genau das ist bei Schmuck das Problem. Härte entsteht in einer Goldschicht nicht durch das Gold, sondern durch winzige Zusätze. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt führt ihr Hartgold mit unter 0,5 Prozent Kobalt bei etwa 120 bis 180 Vickers. 24 Karat hat solche Zusätze per Definition nicht. Die Schicht bleibt darunter. Es ist die weichste Goldoberfläche, die du bekommen kannst.
Dazu kommt, dass Feingoldauflagen im Schmuck meist sehr dünn ausfallen. Die US-Schmuckrichtlinien der Federal Trade Commission führen dafür eine eigene Bezeichnung: Was unter 0,175 Mikrometer bleibt, heißt dort nicht mehr vergoldet, sondern „gold flashed“ oder „gold washed“. Eine Kategorie, die nur existiert, weil hauchdünne Goldauflagen so verbreitet sind.
Deshalb findest du 24 Karat vergoldet häufiger bei Besteck, Münzen und Dekoration als bei Schmuck, der täglich getragen wird. An Ringinnenseiten, Verschlüssen und Armbandgliedern reibt sich so eine Schicht schnell durch. Eine höhere Karatzahl ist bei Schmuck kein Qualitätsgewinn. Sie ist eine Wette auf Optik gegen Beständigkeit.
Warum sagt die Karatzahl nichts über die Haltbarkeit?
Weil Karat die Reinheit misst und nicht die Widerstandsfähigkeit. Eine Schicht kann zu 75 Prozent aus Feingold bestehen und nach vier Wochen an den Kanten durchgescheuert sein. Entscheidend ist die Härte der Oberfläche, und dort liegen die Unterschiede in einer Größenordnung, die kaum jemand vermutet.
Galvanisch abgeschiedenes Hartgold liegt nach den Angaben der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt bei etwa 120 bis 180 VickersMaßeinheit für Materialhärte. Ein Diamant wird mit definierter Kraft in die Oberfläche gedrückt, aus der Größe des Eindrucks ergibt sich der Wert.. Das ist bereits die härtere Variante, weiches Feingold liegt darunter.
Hartstoffschichten, wie sie im PVD-Verfahren entstehen, bewegen sich nach Daten des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik zwischen 1.500 und 3.500 Vickers. Gehärteter Werkzeugstahl steht in derselben Übersicht bei rund 800.
Der Punkt daran
Lies das noch einmal. Die Beschichtung auf einem Schmuckstück kann härter sein als gehärteter Werkzeugstahl. Oder weicher als eine Silbermünze. Beide dürfen „18K vergoldet“ heißen.
Wie dick ist eine Vergoldung?
Dünner als fast jede Vorstellung davon. Die Spanne reicht von unter 0,175 Mikrometern bei einer hauchdünnen Flash-VergoldungSehr kurz aufgebrachte Goldauflage im Bereich von Zehntel-Mikrometern. Sie dient der Optik, nicht dem Schutz. bis zu etwa 3 bis 5 Mikrometern bei einer soliden galvanischen Hartgoldschicht. Ein menschliches Haar misst zum Vergleich rund 50 bis 70 Mikrometer. Selbst die dicke Variante liegt also bei ungefähr einem Zehntel Haardicke.
Und hier lauert der zweite Denkfehler, den ich fast so oft höre wie den ersten. Viele nehmen an, PVD halte länger, weil die Schicht dicker sei. Das stimmt nicht. Dekorative PVD-Schichten sind oft nicht dicker als eine ordentliche galvanische Auflage, teils dünner. Sie halten trotzdem länger, weil das Gefüge im Vakuum dichter aufwächst und fester auf dem Untergrund haftet.
Dicke und Haltbarkeit sind zwei verschiedene Dinge. Eine dünne harte Schicht schlägt eine dicke weiche.
Eine Mindestdicke schreibt in Deutschland niemand vor. In den USA ist das anders geregelt, dort verlangt die Bezeichnung „gold electroplate“ nach den Vorgaben der Federal Trade Commission mindestens 0,175 Mikrometer Feingold-Äquivalent. Diese Schwelle gilt hier nicht.
Wie lange hält vergoldeter Schmuck, und welche Vergoldung hält am besten?
Von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren, und diese Spanne erklärt sich fast vollständig über zwei Dinge: das Verfahren und den Träger darunter. Eine dünne galvanische Auflage auf Messing kann bei täglichem Tragen innerhalb eines Monats an Kanten und Verschlüssen durchscheinen. Eine PVD-Hartstoffschicht auf 316L Edelstahl übersteht Duschen, Schwitzen und Salzwasser über Jahre.
Der Träger zählt dabei fast so viel wie die Schicht. Messing korrodiert unter dem Gold weiter. Sobald die Auflage erste Poren bekommt, wandert Kupfer nach außen, und genau das erzeugt die grünen Ränder auf der Haut. Edelstahl korrodiert nicht. Eine abgenutzte Stelle bleibt dort unauffällig statt zum Problem zu werden. Warum das Material so viel entscheidet, steht im Material-Check zu Edelstahl-Schmuck und in der Einordnung zu Chirurgenstahl.
Am längsten hält also die Kombination aus harter Beschichtung und korrosionsbeständigem Kern. Alles andere ist eine Frage der Zeit, nicht des Ob. Wenn du wissen willst, warum manche Stücke Spuren hinterlassen und andere nie: Schmuck, der nicht abfärbt. Und was so eine Kombination im Alltag tatsächlich aushält, steht in der Übersicht zu wasserfestem Schmuck sowie in den Beiträgen zum Duschen, zum Sport und zum Meer.
Ist vergoldeter Schmuck echtes Gold?
Die Oberfläche ja, das Stück als Ganzes nein. Das aufgebrachte Gold ist echtes Gold in der angegebenen Legierung. Der Kern besteht aus einem anderen Metall, und weil die Schicht im Mikrometerbereich liegt, wiegt das Gold darauf nur Bruchteile eines Gramms.
Daneben geistern Begriffe herum, die gern durcheinandergeraten. Vermeil bezeichnet vergoldetes Sterlingsilber. Goldfilled meint eine mechanisch aufgewalzte Auflage mit deutlich höherem Goldanteil. Doublé ist der ältere deutsche Ausdruck für eine vergleichsweise starke Goldauflage. Diese Begriffe beschreiben Mengenverhältnisse, nicht Mikrometer, und auch sie sagen nichts über die Härte.
Was heißt das für dich? Kauf vergoldeten Schmuck wegen der Optik und wegen der Trageeigenschaften. Nicht als Wertanlage. Ich sage das ungern so nüchtern, aber es hat schon einigen Kundinnen eine Enttäuschung erspart.
Warum trägt vergoldeter Schmuck keinen 750er Stempel?
Weil das nicht zulässig wäre. Das deutsche Feingehaltsgesetz verbietet die Angabe eines Feingehalts auf Waren, die mit anderen Metallen verbunden sind. Selbst dann, wenn die Auflage für sich genommen diesen Gehalt hätte. Ein 750er Stempel auf einem vergoldeten Stück würde also einen falschen Eindruck über die gesamte Ware erwecken.
Stattdessen begegnen dir im Handel andere Kürzel, besonders bei importierter Ware. GP steht für gold plated, GEP für gold electroplated, 18KGP oder 14KGP für eine vergoldete Schicht der jeweiligen Karatzahl. Das sind Herstellerangaben, keine amtlichen Punzen.
Eine Punzierungspflicht gibt es hierzulande ohnehin nicht. Ein Stück ganz ohne Stempel ist deshalb kein Warnsignal. Ein 750er Stempel auf etwas erkennbar Vergoldetem dagegen schon.
Woran erkennst du, ob Schmuck vergoldet oder massiv ist?
Am zuverlässigsten über die Kombination aus Stempel, Gewicht und Abnutzungsstellen. Massives Gold hat eine hohe Dichte und fühlt sich deutlich schwerer an, als es aussieht. Ein Stück, das leichter wirkt, als seine Größe vermuten lässt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit beschichtet.
Worauf ich in der Beratung zuerst schaue:
- Stempel: 585 oder 750 ohne Zusatz deutet auf massiv, GP, GEP oder KGP eindeutig auf eine Auflage
- Abnutzungskanten: an Ringschienen, Verschlüssen und Gliedern zeigt sich zuerst ein anderer Farbton
- Gewicht: massives Gold fühlt sich schwerer an als jedes Trägermetall
- Preis: ein Ring für 30 Euro kann kein massives 750er Gold sein
- Hautspuren: grünliche Ränder deuten auf ein korrodierendes Trägermetall unter der Schicht
Ein Fall aus dem Herbst
Eine Kundin schrieb mir letzten Herbst, ihre Kette werde „an einer Stelle silbern“. Am Verschluss, dort, wo der Fingernagel jeden Morgen ansetzt. Das war kein Verschmutzungsproblem, sondern eine durchgeriebene Auflage über hellem Kern. Putzen half nicht und konnte nicht helfen, auch wenn der Reflex verständlich ist. Für alles, was sich tatsächlich reinigen lässt, gibt es den Beitrag zum Schmuckreinigen und den Pflegeguide.
Zwei Fragen statt einer Zahl
Fazit
Wenn du eine Sache mitnimmst, dann diese: Die Karatzahl beantwortet eine Farbfrage, keine Haltbarkeitsfrage. 18K vergoldet sagt dir, wie rein die Schicht ist. Nicht, wie dick. Und schon gar nicht, wie hart.
Zwei Fragen beim nächsten Kauf verraten dir mehr als jede Karatangabe. Welches Verfahren? Und welches Metall liegt darunter? Wer darauf keine Antwort gibt, hat meistens keine gute.
Bei MERCY'S arbeiten wir mit 316L Edelstahl und 18K Gold PVD-Vergoldung, aus genau diesem Grund. Falls du sehen willst, wie das aussieht: Ketten, Ohrringe, Ringe, Armbänder oder die gesamte Kollektion. Wer erst noch Zweifel ausräumen möchte, findet die Bedingungen in unserem Versprechen, und wer sich fragt, wie sich Goldoptik und Verträglichkeit vertragen, liest den Beitrag zu nickelfreiem Schmuck oder zu wasserfestem Schmuck in Gold.

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Häufige Fragen
Was bedeutet 18k vergoldet genau?
Die aufgebrachte Goldschicht besteht zu 75 Prozent aus Feingold, entsprechend 750er Gold. Die Angabe beschreibt die Reinheit der Auflage, nicht ihre Dicke oder Menge.
Hat vergoldeter Schmuck einen Wert?
Der Tragewert ist hoch, der Materialwert gering. Die Goldschicht wiegt nur Bruchteile eines Gramms. Vergoldeter Schmuck lohnt sich als Schmuck, nicht als Anlage.
Haben vergoldete Ohrringe einen Stempel?
Oft ja, meist als GP, GEP oder 18KGP. Eine Punzierungspflicht besteht in Deutschland nicht, ein fehlender Stempel ist deshalb kein Qualitätsmangel.
Verliert vergoldeter Schmuck seine Farbe?
Das hängt vom Verfahren ab. Weiche galvanische Auflagen reiben sich an Kontaktstellen ab, harte PVD-Schichten auf Edelstahl halten deutlich länger.
Was ist besser, 14 oder 18 Karat vergoldet?
Für die Haltbarkeit macht es kaum einen Unterschied. 18K wirkt wärmer und satter im Ton, 14K heller. Entscheidend sind Verfahren und Trägermaterial.


